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Themen:
8.1 Seilkommandos
8.2 âKlettern im Ăberschlagâ
8.3 Klettern in 3-er-Seilschaft
8.4 Klettern in 4-er-Seilschaft
8.5 Lesen von Klettertopos
8.1 Seilkommandos
Beim Klettern, insbesondere beim alpinen Klettern ist eine eindeutige, vereinheitlichte und unmissverstĂ€ndliche Kommunikation innerhalb der Seilschaft von groĂer Bedeutung. Die VerstĂ€ndigung zwischen Vorsteiger und Nachsteiger (-n) muss hierbei klar und prĂ€gnant, laut und deutlich sein. Bereits in Kapitel 4.3 haben wir erste Seilkommandos kennen gelernt, die beim Klettern in der Kletterhalle und im Klettergarten Anwendung finden.
Beim alpinen Klettern, also beim Klettern in Seilschaft ĂŒber mehrere SeillĂ€ngen brauchen wir nun noch ein paar weitere Seilkommandos:
Sobald der Vorsteiger einen Standplatz erreicht hat (ggf. installiert hat) und sich daran selbst gesichert hat â teilt er dies seinem Kletterpartner mit, indem er laut und deutlich
Vorsteiger - Nachsteiger
Stand - ruft. Der Vorsteiger hat die Sicherung seines Kletterpartners nun nicht mehr nötig, er ist ja selbst gesichert. Der Sichernde kann den Vorsteiger nun aus der Sicherung nehmen. Sobald dies geschehen ist, ruft dieser
Seil ein - Der Vorsteiger holt nun das restliche, am unteren Standplatz verbliebene Seil ein. Kurz bevor das Seil gÀnzlich eingeholt wurde ruft der
Seil aus - Der Vorsteiger nimmt nun den Nachsteiger in die Sicherung und ruft
Nachkommen - der Nachsteiger weià nun, dass er vom Vorsteiger gesichert wird und kann seine Selbstsicherung lösen und seinen Standplatz abbauen. Sobald er bereit zum Weiterklettern ist ruft der Nachsteiger
Ich komme - Der Nachsteiger klettert nun hinauf zu seinem Kletterpartner.
Befinden sich mehrere Seilschaften gleichzeitig an einem Felsen oder gar in einer Route ist dringend anzuraten, vor dem Seilkommando noch den Namen des Kletterpartners zu rufen, z.B. âRudi, Stand !â damit Rudi seinen Kletterpartner auch wirklich nur dann aus der Sicherung nimmt, wenn dieser es ihm mitteilt und nicht wenn der Kletterer in der Nachbarroute Stand hat.
8.2 âKlettern im Ăberschlagâ
âKlettern im Ăberschlagâ ist nicht die Bezeichnung fĂŒr artistische Showeinlagen zur Unterhaltung gelangweilter Wanderer. âKlettern im Ăberschlagâ ist viel mehr eine effektive, zeitsparende Methode lange Kletterrouten zĂŒgig ohne gröĂere Zeitverluste zu durchsteigen. Hierbei klettert der Seilerste zum Ende einer SeillĂ€nge, sichert seinen Nachsteiger zu sich hinauf. Dieser wiederum entfernt auf seinem Weg nach oben sĂ€mtliche Zwischensicherungen, nimmt alles Material mit. Oben angekommen bleibt der Nachsteiger in der Sicherung seines Kletterpartners, ĂŒbernimmt dessen ĂŒbriges Sicherungsmaterial, sortiert dieses und geht unmittelbar in die FĂŒhrung der nun folgenden SeillĂ€nge ĂŒber.
Diese Methode macht es erforderlich, dass beide Kletterer in etwa gleich stark sind und jeweils sicher fĂŒhren können. Es ist jedoch möglich bei der Planung der Klettertour eventuelle StĂ€rken oder SchwĂ€chen des anderen zu berĂŒcksichtigen (Klettertopo studieren).
8.3 Klettern in 3-er-Seilschaft
Wenn man zu dritt eine Klettertour machen möchte, so ist der Gebrauch zweier Halbseile zwingend erforderlich. Es wĂ€re zwar auch möglich mit einem Einfachseil und eingebauter âWeicheâ zwei Nachsteiger nachzusichern, diese Methode bietet jedoch nicht die Möglichkeiten wie man sie mit zwei Halbseilen hat. AuĂerdem ist von der Verwendung eines Einfachseiles beim alpinen Klettern im Allgemeinen ohnehin abzuraten.
Beim Klettern in 3-er-Seilschaft ist der Vorsteiger in beide Halbseile eingebunden, die Nachsteiger jeweils in ein Halbseil. Der Vorsteiger sichert seine Nachsteiger mit der Halbmastwurfsicherung, wobei beide Halbseile getrennt voneinander in jeweils einen separaten HMS-Karabiner eingelegt sind. Diese beiden HMS werden nun getrennt voneinander bedient. Die beiden Nachsteiger können nun gleichzeitig nachsteigen, haben aber darauf zu achten, dass beim Klettern den Abstand (4 - 7m) zueinander in etwa einhalten. Schlappseil oder zu starken Seilzug haben sie dem sichernden Seilersten durch z.B. âGelb (-es Seil) einâ oder âRot nachâ mitzuteilen.
Ein FĂŒhrungswechsel wĂ€hrend der Klettertour ist nur eingeschrĂ€nkt möglich.
Entscheidend fĂŒr die Sicherheit einer 3-er-Seilschaft ist, dass die beiden Nachsteiger den technischen Anforderungen der Kletterroute ausreichend gewachsen sind und jeweils in etwa gleichstark. Bei der Routenplanung ist zu berĂŒcksichtigt, dass 3-er-Seilchaften stets langsamer als eine 2-er-Seilschaft klettern und auch auf Uneingeplantes (Wetterumschwung u.Ă€.) nicht so schnell reagieren können. Es mĂŒssen also im Allgemeinen gröĂere Sicherheitsreserven eingeplant werden.
8.4 Klettern in 4-er-Seilschaft
Noch komplizierter wirdŽs als 4-er-Seilschaft. Der Seilerster steigt die SeillÀnge vor, gesichert mit zwei Halbseilen. Zwei Nachsteiger steigen gleichzeitig, leicht versetzt nach, jeweils an einem Halbseil-Strang vom Seilersten gesichert. Ein vierter Kletterer wartet am unteren Stand, bis der 2. und 3. Kletterer am oberen Stand angekommen sind. WÀhrend einer von diesen beiden nun den Seilersten bereits die nÀchste SeillÀnge hinauf sichert, sichert der andere den 4. jetzt nach. Dieser ist am einem Einfachseil oder einem 3. Halbseil eingebunden.
Auf diese Methode ist auch in der 4-er-Seilschaft ein einigermaĂen zĂŒgiges Vorankommen möglich, wobei natĂŒrlich beachtet werden muss, dass eine 4-er-Seilschaft natĂŒrlich noch langsamer unterwegs ist, als eine 3-er oder gar 2-er-Seilschaft. Entsprechend mĂŒssen noch gröĂere Sicherheitsreserven eingeplant werden.
8.5 Lesen von Klettertopos
Ein Klettertopo bezeichnet man die Skizze einer Felswand auf der eine oder mehrere Kletterrouten verzeichnet sind. Ein Klettertopo sollte alle notwendigen Informationen beinhalten, die man zur Vorplanung und Orientierung in einer Klettertour benötigt. In einer solchen Skizze sind neben den markantesten Wandstrukturen (Kanten, Verschneidungen, AbsĂ€tzeâŠ) auch Partien eingezeichnet, die eine Aussage ĂŒber mögliche, erforderliche Klettertechniken treffen (Platten, Risse). DarĂŒber hinaus sind in der Regel Hakenmaterial und die LĂ€nge der einzelnen SeillĂ€ngen vermerkt, sowie Informationen ĂŒber Abseilmöglichkeiten und mögliche Notabstiege (Ausquerungen).
Auf folgendem Klettertopo habe ich versucht sÀmtliche Bezeichnungen in einem Topo darzustellen.
Sehr sinnvoll ist es, wenn ein Klettertopo durch ein aussagekrÀftiges Foto der Route / Felswand ergÀnzt ist.
Absolut empfehlenswert, manchmal sogar unbedingt erforderlich ist es, wenn ein solches Topo (Kopie) beim Klettern mitgefĂŒhrt wird.
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