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Sicher Klettern lernen
...die interaktive Kletterschule |
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Früher wurde die Partnersicherung auch Kameraden- oder Gefährtensicherung genannt. Unter Partnersicherung versteht man die Sicherung des Kletterpartners ganz im Allgemeinen, unabhängig davon, ob der Kletterer die Route im Vorstieg, Toprope oder im Nachstieg begehen möchte. Dennoch muß man bei der angewendeten Sicherungstechnik durchaus berücksichtigen, ob der Kletterer vorsteigt, also ein eventuelles Sturzrisiko besteht oder ob nur mit einer geringen Belastung der Partnersicherung wie z.B. beim Topropen zu rechnen ist. Ebenso gewissenhaft sollte die Wahl der Sicherungsmethode und des Sicherungsgerätes erfolgen. Nicht alle Methoden und vor allem nicht alle Sicherungsgeräte eignen sich für alle Kletterstile gleichermaßen. Im Folgenden wollen wir auf die gebräuchlichsten Sicherungsmethoden eingehen, die beliebtesten Sicherungsgeräte beschreiben und auf Ihre jeweiligen Tücken hinweisen.
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Themen: 3.1 Körpersicherung, ja oder nein ? 3.2 Sicherung mit HMS 3.3 Sicherung mit Abseilachter 3.4 Sicherung mit GriGri und anderen Geräten
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3.1 Körpersicherung, ja oder nein ?
Die Frage ob man bei der Sicherung des Partners lieber über den Körper oder über einen Fixpunkt sichern sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Hat man noch vor gar nicht allzu langer Zeit mit aufwändigen Testanordnungen (an vielen Felsen finden sich noch heute „Sturzstände“, merkwürdige stählerne Trapeze in größerer Höhe am Fels montiert) zu beweisen versucht, dass es kaum einem Sichernden möglich sein würde, seinen Kletterpartner nur „über den Körper“ zu sichern, so ist heute die so genannte Köpersicherung ein alltägliches Bild in Kletterhallen und im Klettergarten. Der Vorteil der Körpersicherung besteht darin, dass ein Sturz dynamisch abgefangen wird, indem es den Sichernden ein wenig „rauf lupft“, sobald es zum Sturzzug kommt. Der Vorsteiger empfindet einen auf diese Weise gehaltenen Sturz stets als weich und somit angenehm. Dennoch sollte in bestimmten Situationen die alleinige Sicherung über den Körper kritisch überdacht werden: Wenn beispielsweise der Sichernde deutlich leichter ist als sein Kletterpartner, so muss sich der Sichernde mit einer Bandschlinge an einem Fixpunkt (idealerweise leicht nach hinten versetzt) fixieren, damit dieser nicht allzu weit durch die Wucht des Sturzes nach oben geschleudert wird oder es gar zur Kollision mit dem Kletterpartner kommt. Ebenso ist bei der Gefahr eines Anpralles an einen nahen Felsvorsprung zu verfahren. Meist ist von der Körpersicherung auch beim alpinen Klettern abzuraten. Hier wird in der Regel von einem Fixpunkt aus gesichert (Zentralpunkt). Nur in bestimmten Fällen wird auch beim Alpinklettern am Standplatz über den Körper gesichert (siehe Kapitel 8). |
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3.2 Die Halbmastwurfsicherung - HMS
Die Halbmastwurfsicherung (im Folgenden kurz HMS genannt) ist eine relativ einfache Sicherung, ohne großen Materialaufwand (lediglich ein HMS-Karabiner ist erforderlich). Die HMS zeichnet sich – bei richtiger Anwendung - durch eine hohe Bremswirkung und durch ihre Vielseitigkeit aus. Man kann sie zum Sichern im Toprope, zum Sichern eines Vorsteigers oder eines Nachsteigers gleichermaßen verwenden, kaum eine andere Sicherungsmethode ist so vielseitig. Der Halbmastwurfknoten ist kein statischer, sondern ein dynamischer Knoten. Der Halbmastwurf kann an einer beliebigen Stelle im Seil gelegt werden und in den HMS-Karabiner eingelegt werden. Es ist zu beachten, dass die HMS nur mit einem speziellen HMS-Karabiner durchgeführt wird. Dieser Karabiner zeichnet sich durch seine charakteristische Birnenform aus, die das „Umspringen“ des Halbmastwurf, beim Wechsel der Belastungsrichtung zulässt.
Galerie „Bedienung der HMS”
Beim HMS gibt es verschiedene Haltungen der Bremshand: Momentan wird noch die Haltung der Bremshand oberhalb des Knotens (Daumen nach oben) empfohlen. Hierdurch ergibt sich eine hohe Bremswirkung und das Seil wird nicht so stark verkrangelt. Noch vor 15 Jahren lehrte man, und in Österreich tut man dies noch heute, dass sich die Bremshand, wie bei allen anderen Sicherungen, seitlich auf Höhe des Oberschenkels zu befinden habe. Die Handhabung der HMS wird hierdurch erleichtert. Nachteile sind jedoch eine etwas geringere, aber noch ausreichende Bremskraft, aber vor allem eine deutlich verstärkte Krangelbildung am Seil. Der Grund warum diese beiden Nachteile in Kauf genommen werden ist, dass einzig die HMS eine Haltung der Bremshand oberhalb des Knotens erfordert (siehe oben) aber diese Handhaltung, wenn man sie sich einmal angewöhnt hat, bei allen andern Sicherungsmethoden (siehe unten) mit zum Teil erheblichen Bremskraftverlusten verbunden! Aus diesem Grunde steht die HMS zurzeit heftig in der Diskussion. Fixieren der HMS: Die HMS lässt sich jeder beliebigen Stelle mit einem Schleifkoten blockieren. Will der Vorsteiger an einer schwierigen Stelle rasten. So kann ihn der Sichernde auf diese Weise recht spontan fixieren und seine Bremshand entlasten. Sobald der Kletterer weiter klettern möchte, genüg ein kräftiger Zug am Schleifnoten und die HMS lässt sich wie gehabt bedienen.
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3.3 Sicherung mit Abseilachter
Eine weitere, stark verbreitete Sicherungsmethode ist sie Sicherung mit dem Abseilachter. Ein Abseilachter, eigentlich zum Abseilen erdacht, lässt sich auf geniale Weise zweckentfremden indem man statt zweier Seile (Abseilen) nur das eine Seil des Kletterers durch den Achter führt. Wichtig ist hierbei, dass der Abseilachter mit einem Gummi (z.B. ein Stück Fahrradschlauch) am Karabiner fixiert wird. Nur so ist gewährleistet, dass der Achter nicht im Schraub-Karabiner verkantet, dadurch die Schraubhülse „ausgestanzt“ wird und es zum Aushängen des Achters aus dem Karabiner kommen kann. Durch diese Gummifixierung wird auch die Bedienung der Achtersicherung erheblich vereinfacht. Da es bei dieser Form der Sicherung erforderlich ist, dass sich die Bremshand unterhalb des Achters auf Oberschenkelhöhe befindet, leuchtet ein, dass die Achtersicherung nur für die Sicherung eines Vorsteigers oder beim Toprope geeignet ist, wenn also nur ein Seilzug nach oben erfolgen kann. Beim Sichern eines Nachsteigers würden Bremsseil und Zugseil in dieselbe Richtung zeigen, wodurch sich die Bremswirkung des Achters nahezu aufheben würde! Die Bremswirkung der Achtersicherung ist im Allgemeinen etwas geringer als die der HMS, aber bei der Anwendung im Klettergarten oder in der Kletterhalle (geringe Sturzfaktoren) noch ausreichend. Die geringere Bremskraft hat gerade in diesem Bereich auch einen entscheidenden Vorteil, da die Achtersicherung recht dynamisch wirkt und Stürze weich abgefangen werden können. Ein Nachteil der Achtersicherung liegt wie beim Sichern mit HMS in einer, wenn auch nicht dramatischen, Krangelbildung.
Handhabung der Achtersicherung: (für grössere Bilder bitte doppelklicken)
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Fixieren der Achtersicherung: Die Achtersicherung lässt sich auf äußerst einfache und geradezu geniale Weise fixieren, indem das Bremsseil zwischen Achter und Zugseil gezogen und somit eingeklemmt wird (Vorsicht: Bremsseil bleibt weiter in der Bremshand). Eine bessere Fixierung erreicht man, indem das Bremsseil ein weiteres Mal eingeklemmt wird. Zum Lösen der Fixierung zieht man einfach am Bremsseil kräftig nach oben, schon löst es sich aus der Verklemmung und die Achtersicherung kann wie beschrieben weiter bedient werden.
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...für grössere Bilder bitte doppelklicken.
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3.4 Sicherung mit GriGri und anderen Geräten
Neben den beiden erstgenannten, klassischen Sicherungsmethoden sieht man gerade in den letzten Jahren immer mehr Kletterer mit den verschiedensten automatischen oder halbautomatischen Sicherungsgeräten, bzw. Bremsgeräten nach dem Sticht-Prinzip sichern. Die unglaubliche Anzahl mehr oder weniger verschiedener Sicherungsgeräte macht es unmöglich auf alle näher einzugehen. Jeder Hersteller sieht sich scheinbar durch den Markt genötigt auch ein oder mehrere solcher Geräte herzustellen, manchmal ist was Gutes dabei, manchmal aber auch gefährlicher Schrott, mit der Brechstange erfunden und Hoppladihopp auf den Markt gebracht wurde.
Zu den beliebtesten Geräten zählen GriGri (schon bereits ein Klassiker) und Reverso (Firma Petzl), aber auch die Tubes, die es in verschiedenen Varianten von jedem Hersteller gibt. Eine Warnung möchte ich vor allem vor dem GriGri aussprechen. Das GriGri reagiert bereits bei kleinster Zugbelastung durch eine statische Blockierung (ähnlich Sicherheitsgurt im Auto). Gerade Anfänger meinen somit, einen erheblichen Anteil an Sicherungstätigkeit dadurch abgenommen zu bekommen und reagieren mit gefährlicher Nachlässigkeit beim Sichern. Vor allem im Vorsteig erweist sich das GriGri als unvorteilhaft, da der Vorsteiger beim Einhängen des Seiles in die Zwischensicherung durch das Ziehen am Seil ein Blockieren des GriGri erwirken. Der Sichernde reagiert hierauf in der Regel in dem er mit der einen Hand die Blockierung des GriGri unterdrückt und mit der Bremshand !!! am Zugseil zieht um dem Vorsteiger schnell Seil auszugeben. Würde der Vorsteiger nun in dieser Situation stürzen, so würde der Sichernde aller Wahrscheinlichkeit nach reflexartig mit der einen Hand am GriGri zupacken (Blockierwirkung ist aufgehoben) und mit der anderen Bremshand am Zugseil bleiben. Der Stürzende würde nun unweigerlich ungebremst zu Boden fallen! Die einzige empfehlenswerte Methode das GriGri im Vorstieg korrekt zu bedienen ist derart kompliziert, dass kaum einer sie in der Praxis umsetzen wird. Mein Tipp: GriGri nur für´s Toprope. Außerdem darf das GriGri (wie viele andere solcher Geräte auch) nur mit bestimmten Seildurchmessern benutzt werden, viele heute gebräuchliche Einfachseile mit weniger als 10 mm Durchmesser sind zum Gebrauch mit dem GriGri nicht zugelassen!
Ein sehr empfehlenswertes, halbautomatisches Sicherungsgerät ist das TRE. Mit diesem Gerät kann man Vorsteiger und Nachsteiger, sowie im Toprope sichern. Das TRE wirkt im Gegensatz zum GriGri dynamisch (die Bremskraft ist etwa vergleichbar mit der des HMS) kann aber genauso blockieren. Außerdem kann man mit dem TRE zwei Halbseile recht gut handhaben (alpines Klettern) und Abseilen. Sehr empfehlenswert weil genial einfach und somit auch leicht zu erlernen ist die Sicherung mit Tubes. Tubes (engl.: Röhren) sind Sicherungsgeräte, die nach dem Sticht-Prinzip arbeiten. Dieses geniale Sicherungsprinzip ist bereits vergleichsweise alt: Ein Stück Alu mit einem rechteckigen Schlitz, durch den eine Schlaufe des Seiles geschoben wird. Diese Seilschlaufe wird nun in einen Karabiner eingelegt. Bei einer Zugbelastung wird das Seil so engwinklig umgelenkt, dass es zu einer dynamischen Abbremsung des Sturzes kommt. Heutige Tubes haben zwei solcher Schlitze, wodurch auch ein Abseilen mit Ihnen möglich ist. Manche Tubes haben auf der einen Seite eine Einkerbung, bzw. eine keilförmige Verjüngung, wodurch eine nochmals verbesserte Handhabung ermöglicht wird (unterschiedliche Bremskräfte).
Bei allen Sicherungsgeräten, die sich auf dem Markt befinden gilt: Gebrauchsanweisung genau studieren, oder besser noch von einem Klettertrainer einweisen lassen und ausgiebig üben.
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